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Martin Münkle beendet seine Karriere

Ein Vorzeige-Athlet der LG-Filstal hängt nach über 20 Jahren Hochleistungssport die geliebten Spikes an den Nagel. Weit- und Dreispringer Martin Münkle beendet nach vielen Verletzungen seine Karriere.

In dieser Saison wollte er noch einmal hoch hinaus, doch eine Menge von Verletzungen ließ es nicht zu. Dennoch schaffte der 32-jährige Martin Münkle nochmals die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft in Ulm, wo er im Dreisprung durch eine Rückenverletzung behindert, 14,68 Meter sprang und Rang elf belegte.

Etwas wehmütig blickt der voll austrainierte Athlet auf seine Karriere zurück. Er hatte das Pech, immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen zu werden - stets genau dann, wenn es richtig gut lief.

Als Siebzehnjähriger war Martin 1998 schon spitze in Baden-Württemberg. Er wurde Vizemeister im Speerwerfen und im Stabhochsprung und gewann den Titel im Zehnkampf, was ihm auch im Jahr 2000 gelang. Er kam mit dem Speer knapp an die 70 Meter heran und wurde Vierter bei den deutschen Jugendmeisterschaften.

Wegen anhaltender Schulterprobleme im Wurfarm wurde 2002 eine Operation notwendig, wodurch die Speerwurf- und Stabhochsprungkarriere etwas abrupt ihr Ende fand. Als vielseitiger Zehnkämpfer suchte sich Münkle neue Spezialdisziplinen, die er im Weit- und Dreisprung fand. 2005 gelang die Umstellung perfekt - ein Supersprung von 7,57 Meter ließ Hoffnung aufkommen.

Statt Siegen folgte eine fünfjährige Leidenszeit. Eine Sprunggelenksverletzung wegen einer nicht richtig behandelten Knochenabsplitterung sowie eine Teilruptur der Achillessehne, ein Knorpelschaden und zwei Operationen ließen eigentlich keinen Leistungssport mehr zu. Sein Wunsch damals, mal wieder locker joggen zu können - das war das Höchste der Gefühle. Doch nach einem Jahr Reha und der Prophezeiung von Physiotherapeut Michael Pössinger - "du wirst wieder springen können" - wollte Münkle es noch einmal versuchen.

2011 startete er erste Versuche, und nachdem er wieder schmerzfrei trainieren konnte, gab es in der Saison 2012 einen Paukenschlag nach dem anderen. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften wurde Münkle im Dreisprung mit tollen 15,45 Metern Sechster. Im ersten Freiluftwettkampf gelang eine neue Bestleistung (15,50 m).

In Weinheim katapultierte er sich auf die persönliche Bestleistung von 7,65 Meter im Weitsprung und freute sich schon auf einen guten Auftritt bei den deutschen Meisterschaften. Eine Meniskusverletzung verhinderte, dass Münkle sein wahres Potenzial abrufen konnte. Bei Wettkämpfen mit internationaler Besetzung hatte er schon gemerkt, dass er "nicht weit von den Topathleten" weg war.

Dennoch blickt der dienstälteste Leichtathlet der LG-Filstal zufrieden auf seine lange Karriere zurück - er hat weit über 100 Kreis- und Bezirks-/Regionalmeisterschaftstitel errungen. Er war mehrfach Landesmeister, hat in der deutschen Springer- und Werferszene mitgemischt und er hat bei internationalen Wettkämpfen teilgenommen.

Was macht ein Athlet in der Freizeit, der plötzlich nicht mehr sechs Mal zwei bis zweieinhalb Stunden in der Woche trainiert? Er bleibt dem Sport treu.

Nach individuellem Trainingsabbau wird Münkle als Trainer in der LG Talente fördern wie sein Vater Elmar, der ihn und viele Stabhochsprung-Talente zu Erfolgen führte. Mit dabei ist immer Mutter Moni, die 2013 vom Württembergischen Leichtathletik Verband für ihr jahrzehntelanges Engagement als "Frau des Jahres" geehrt wurde. Zudem wird vielleicht bald eine weitere Münkle im Stadion zu sehen sein, Martin und seine Frau Nadine erwarten im November Nachwuchs.

Auch beruflich setzt sich der gebürtige Gingener immer neue Ziele. Nach Realschulabschluss und einer Zimmermannslehre hat er am Pädagogischen Fachseminar in Gmünd ein Studium in Sport, Technik und Bildende Kunst absolviert. Er unterrichtet an der Geschwister-Scholl-Realschule in Süßen.
    
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