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Lena Urbaniak: Erfolge im Handgepäck

Vorinformation zur Sommer-Universiade in Gwangju/Südkorea

Am morgigen Sonntag fliegt Kugelstoßerin Lena Urbaniak zur Universiade nach Gwangju in Südkorea. Die 22-Jährige startet erstmals bei den olympischen Spielen für Studenten und freut sich riesig drauf.

Die Form stimmt. Wenn Lena Urbaniak morgen um kurz nach 17 Uhr in Frankfurt den Flieger nach Südkorea besteigt, hat sie zwei Erfolgserlebnisse im Handgepäck. Beim European Permit Meeting in Turku hat sie ihre Jahresbestleistung auf 17,62 Meter gesteigert. Einen Tag später in Schönebeck stieß sie die Kugel 17,52 Meter weit.

Die 22-Jährige von der LG Filstal ist von ihrer aktuellen Topform nicht überrascht, im Gegenteil. "Das war ja so geplant", erklärt sie. Zu ihrem persönlichen Jahreshöhepunkt Universiade wollte sie in bester Verfassung sein. Die Ergebnisse von Turku und Schönebeck geben ihr recht, Urbaniak hat im Training offenbar alles richtig gemacht.

In Gwangju will die Böhmenkircherin schlicht ihre "beste Leistung abrufen", wofür die dann gut ist, weiß sie derzeit nicht. Wenn am kommenden Freitag um 10 Uhr Ortszeit (in Deutschland ist es dann drei Uhr nachts) die Qualifikation beginnt, wird sie sehen, welche Konkurrenz auf sie wartet. Bislang sind noch keine Meldelisten einsehbar. Als Minimalziel hat sie sich zumindest das Erreichen des Finals der besten Zwölf am Samstag gesetzt. Die Historie spricht für Urbaniak. Sie hat bei internationalen Großereignissen "fast immer eine gute Leistung" geboten. "Warum sollte das nicht auch in Südkorea so sein", fragt die nervenstarke Athletin.

Lena Urbaniak bestreitet in Südkorea ihre erste Universiade und freut sich "total drauf". Vor allem das Drumherum macht den Reiz des Besonderen aus. Es gibt ein Athletendorf aus 22 Hochhäusern, in dem alle Teilnehmer wohnen. Auf dem "Platz der Begegnung" mittendrin treffen sich Sportler aller Disziplinen, es ist ein Ambiente wie bei den Olympischen Spielen. Die Böhmenkircherin freut sich auf "Erlebnisse mit anderen Sportarten" und ist "gespannt auf Mentalität und Kultur" der Südkoreaner.

Der Trainingsplan vor Ort ist nicht ganz so straff, es wartet kein Kraftraum. Es geht mehr um die mentale Vorbereitung, um den Spannungsaufbau. Urbaniak will sich ein oder zwei Tage frei nehmen, um sich Wettkämpfe in anderen Sportarten anzuschauen.

Im Finale am Samstag startet die 22-Jährige einen weiteren Versuch, erstmals die Schallmauer von 18 Metern zu knacken. Diese Weite hat sie sich für diese Saison fest vorgenommen. Vermutlich wird Gwangju ihr einziger Asien-Trip 2015 bleiben. Um zu den Weltmeisterschaften nach Peking zu fliegen, müsste Urbaniak die WM-Norm von 18, 40 Meter stoßen.

In zwei Jahren könnte aber wieder eine Reise nach Fernost anstehen. Die nächste Universiade ist 2017 in Taiwan. Urbaniak, derzeit im siebten Semester, schließt laut Plan ihr Studium "International Management" kommendes Jahr ab. Kein Grund zum Bummeln, zur Universiade darf man auch noch im Folgejahr nach Studiumsabschluss.

Bericht vonTHOMAS FRIEDRICH   |  4. Juli 2015 aus der Geislinger Zeitung