Lena Urbaniak: "Baff, wie viele Leute an mich glaubten"

Im letzten Durchgang gab es eine Top Leistung. Sie sind sicherlich zufrieden damit?

LENA URBANIAK. Es war absolut top. Ein Wettkampf, der mich sehr viel Nerven gekostet hat. Ich wollte dem Publikum etwas von der megatollen Stimmung zurückgeben und es hat geklappt.

 

Hatten Sie im Vorfeld mit einer solchen Stimmung gerechnet?

URBANIAK: Nein, ich bin baff, wie viele Menschen hier sind. Ich kann es gar nicht glauben, dass die bis zum letzten Versuch an mich geglaubt haben.

Ist es für Sie ein Unterschied, ob sie die Kugel auf einer Showbühne stoßen oder in einer Wettkampfarena?

URBANIAK: Es ist eine ganz andere Stimmung. Die Menschen sind so nah dran. Das ist einfach Gänsehaut pur. Es kommt eine ganz andere Atmosphäre auf, als wenn wir im Stadion als eine unter vielen Disziplinen antreten müssen. Deshalb stoße ich auch gerne bei solchen Wettkämpfen.

Die Stars sagten ab. Es sind sowohl Christina Schwanitz als auch David Storl nicht gekommen. Was sagen Sie dazu?

URBANIAK: Die Gesundheit geht natürlich vor und der WM-Start in Peking ist für beide erste Option. Ich hoffe, dass sie bis zur Weltmeisterschaft wieder fit sind und angreifen können. Für das Publikum und das Organisationsteam ist es natürlich sehr schade, denn die haben viel Herzblut in die Sache gesteckt.

Bundestrainer Klaus Schneider war auch in Böhmenkirch. Er hat sich mehr mit den anderen Athletinnen abgegeben als mit Ihnen. Hat das einen Grund?

URBANIAK: Mein Heimtrainer Peter Salzer ist vor Ort, es gibt die Absprache, dass er mich coacht. Gegebenenfalls spricht sich der Bundestrainer vor oder nach dem Wettkampf mit dem Heimtrainer ab.

Sie sind nicht für Peking nominiert. Wie schätzen Sie die Chance für Christina Schwanitz ein?

URBANIAK: Nachdem die große Favoritin Adams abgesagt hat, ist die Chance für Christina gut. Mit ihren 20,77 Metern ist sie Mitfavoritin auf den Titel. Es wird ein spannender Wettkampf werden.

Werden Sie die WM am Fernseher mitverfolgen?

URBANIAK: Natürlich. Ich bin in einer Leichtathletik-verrückten Familie aufgewachsen. Und da war es immer so, dass man bei jedem großen Wettkampf vor dem Fernseher sitzt und anfeuert oder mitfiebert.

 

Interview von GÜNTER HOFER   |  10. August 2015
aus der Geislinger Zeitung