Lena Urbaniak: Silbermedaille, Olympianorm und persönliche Bestleistung

Deutsche Meisterschaften in Kassel

Zum dritten Mal hintereinander holte sich Kugelstoßerin Lena Urbaniak (LG Filstal) die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften. Das Besondere daran sind in diesem Jahr die neue persönliche Bestleistung von 18,02 Meter und die damit verbundene Qualifikation für die Europameisterschaften in Amsterdam und die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Wieder einmal zeigte sich Lena Urbaniak bei Deutschen Meisterschaften zum richtigen Zeitpunkt in Form. In Kassel begann sie gestern den Wettkampf mit Stößen von 16,75 und 16,34 Meter. Damit lag sie nicht nur hinter Favoritin Christina Schwanitz (Erzgebirge/19,38), sondern auch hinter Ex-Siebenkämpferin Sarah Gambetta (Leipzig/17,46). Davon zeigte sich die Athletin der LG Filstal zumindest äußerlich wenig beeindruckt. Voll konzentriert erwischte sie das Gerät im dritten Durchgang optimal. Dass ihr ein weiter Stoß gelungen war, wusste die Böhmenkircherin noch im Ring, groß war dann die Freude über die neue persönliche Bestleistung von 18,02 Meter (zuvor 18,00 beim Universiade-Sieg 2015 in Südkorea). Beim vierten Stoß fehlte ein wenig die Konzentration, er war ungültig. Um sich intensiver vorbereiten zu können, ließ die 23-Jährige den fünften Stoß aus.

Im sechsten Durchgang zeigte sie sich trotz des feststehenden Erfolges noch einmal voll motiviert und erzielte 17,58 Meter, die eine halbe Stunde zuvor Jahresbestleistung gewesen wären (bis dahin 17,48). Lena Urbaniak verließ den Kugelstoßring voller Freude und mit einem Gruß an ihre Fans. "Das ist heute wie im Film. Ich bin sprachlos. Es war verrückt. Es war eine ganz große mentale Leistung. Ich habe die Woche nicht einmal Kugel gestoßen und mich nur mit dem beschäftigt, was mir Spaß macht. Ich habe es geschafft, den Kopf wieder funktionieren zu lassen. Der Körper war vorher schon da. Jetzt bin ich einfach nur glücklich und hoffe, dass es weiter so läuft", sprudelte es gleich nach dem Wettkampf aus Lena Urbaniak heraus.

Auch Titelverteidigerin Christina Schwanitz stieß beim dritten Versuch am weitesten und holte sich mit 19,49 ihre fünfte Meisterschaft, Bronze ging an Sarah Gambetta.

Bericht (PR)   |  20. Juni 2016 aus der Geislinger Zeitung