Lena Urbaniak auf dem vierten Platz

Deutsche Meisterschaften in Erfurt

Vier Jahre hintereinander brachte Lena Urbaniak von den deutschen Meisterschaften im Kugelstoßen eine Medaille mit. In Kassel (2016), Nürnberg (2015) und Ulm (2014) war sie Vizemeisterin, im Jahr zuvor, 2013 ebenfalls in Ulm, holte sie Bronze. Gestern bei den Titelkämpfen in Erfurt blieb die Athletin der LG Filstal ohne Medaille.

Enttäuschend war in Erfurt der Auftritt der 24-Jährigen, denn sie schaffte es in keinem der ersten fünf Versuche, einen gültigen Stoß in die Wertung zu bringen. Erst im sechsten Versuch gelang ihr ein Stoß auf 16,68 Meter, der sie noch auf den vierten Platz brachte.

Auf die Hallensaison, in der sie 2015 und 2016 Deutsche Meisterin geworden war, hatte Lena Urbaniak verzichtet, zum Teil auch, um sich besser auf die Freiluftsaison vorbereiten zu können. Aber sie fand trotz gutem Saisoneinstieg nicht zu ihrer Form. Die WM-Norm von 18,00 und die persönliche Bestleistung von 18,02 Meter waren weit weg, 17,61 Meter ist die Jahresbestleistung der Böhmenkircherin, die sie bei einem der ersten Starts der Saison am 28. Mai in Rechberghausen erreichte. Hätte sie gestern diese Weite wiederholen können, wäre sie Deutsche Meisterin geworden. Den Titel holte sich mit 17,38 Meter Sarah Gambetta (SC Leipzig) vor Josephine Terlecki (SV Halle/16,89) und Alina Kenzel (VfL Waiblingen/16,76).

Ebenfalls Vierte wurde Stabhochspringerin Martina Schultze (VfL Sindelfingen). Für die Uhingerin ist diese Platzierung als Erfolg anzusehen, gelang ihr doch im entscheidenden Moment ihre Jahresbestleistung von 4,45 Meter. Zu dem Zeitpunkt, an dem sie diese Höhe überquerte, führte die 27-Jährige sogar den Wettkampf an. An 4,55 Meter, die neuen persönlichen Rekord dargestellt hätten (bisher 4,50), scheiterte sie, während Lisa Ryzih (Ludwigshafen) am Ende 4,70 sowie Silke Spiegelburg (Leverkusen) und Friedelinde Petershofen (Potsdam) jeweils 4,55 Meter übersprangen und damit die Weltmeisterschaftsnorm für London schafften.

Die Deutsche Meisterin im Siebenkampf, Mareike Arndt (Bayer Leverkusen, früher LG Filstal) erkämpfte sich als Vorlauf-Zweite in 13,72 Sekunden einen Platz im Finale über 100 Meter Hürden und wurde in 14,21 Achte.

Keinen guten Tag erwischte Weitspringerin Maria Herbinger aus Nenningen, die für den SSV Ulm 1846 startet. Mit 5,71 Meter wurde sie Zwölfte, bei einer Wiederholung ihrer Jahresbestleistung von 6,18 Meter wäre sie auf Platz sieben gelandet.

Bericht von KARL-HEINZ PREUSKER  |  10. Juli 2017
aus der Geislinger Zeitung   SÜDWEST AKTIV