Diamond League

Lena Urbaniak in Shanghai

Mit einer Fülle neuer Eindrücke kehrte Kugelstoßerin Lena Urbaniak (LG Filstal) aus Shanghai zurück. Mit ihrem sportlichen Abschneiden bei ihrer Premiere in der Diamond League war sie nicht ganz unzufrieden.

Eine "überwältigende Erfahrung" in einer "total pulsierenden" Stadt machte Lena Urbaniak in Shanghai. Die 18-jährige Kugelstoßerin hatte eine Einladung zur Diamond League bekommen und startete dort inmitten der Weltklasse. Mit 15,86 Metern verpasste sie die erhoffte Bestleistung und belegte wie erwartet den zehnten Platz im Zehnerfeld.

Dennoch war die Böhmenkircherin mit ihrer "ganz passablen" Weite nicht unzufrieden, auch die erfahrenen Konkurrentinnen stießen weit unterhalb ihrer Bestweiten. Vom Jetlag blieb die 18-Jährige weitgehend verschont, aber 15,86 Meter im ersten Versuch waren schon Lenas letztes Wort. Der zweite Versuch war weiter, sie berührte aber den Ring und damit war der Stoß ebenso ungültig wie der dritte. Um unter die ersten acht und damit in die Preisgeldränge zu kommen, hätte sie ihre Bestleistung deutlich steigern müssen. Den Sieg holte sich die Chinesin Lijiao Gong mit 19,94 Metern.

Außerhalb des Kugelstoßrings erlebte Lena Urbaniak unvergessliche Tage. Direkt nach der Landung in Shanghai lernte sie die slowenische Dreispringerin Snezana Vukmirovic-Rodic kennen, die wie sie auf den Shuttlebus ins Hotel wartete. Die Slowenin fragte Lena, ob sie Lust hätte, mit ihr shoppen zu gehen. Natürlich hatte sie Lust, zumal die Slowenin ein Jahr lang in Shanghai gelebt hatte und sich daher dort auskennt. "Besser hätte es nicht laufen können", sagt Lena und sie hat natürlich "ein bisschen was eingekauft".

Auch wenn es sportlich nicht ganz nach Wunsch lief, war Urbaniak vom Ambiente begeistert. Das fing bei der Unterkunft an. Sie logierte in einem Fünf-Sterne-Hotel, das sie sich auf eigene Rechnung nie geleistet hätte. "Die Nacht kostete 250 Dollar", sagt die 18-jährige Schülerin. Dort wohnten auch viele Asse, die nicht alle die Nase hoch trugen. Ihr liefen "eine Menge Stars über den Weg", die meisten behandelten sie als eine der ihren. Sprint-Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown, erzählt Lena stolz, sei sogar auf sie zugekommen und "hat einfach so mit mir geredet".

Diese Erfahrungen, resümiert Urbaniak, könne ihr "niemand mehr nehmen". Es gibt "nicht viele 18-Jährige, die an der Diamond League teilgenommen haben" - Lena gehört dazu. Da in diesem Jahr der Wettbewerb in Shanghai sehr früh in der Saison anstand und die Weltmeisterschaft erst spät stattfindet, haben viele Stars abgesagt und die Veranstalter gaben einigen ausgewählten Jugendlichen wie Lena Urbaniak die Chance, sich auf internationalem Parkett zu präsentieren.

Gehts nach der Böhmenkircherin, soll dieser Auftritt bei der Diamond League "keine Eintagsfliege" bleiben. Nach den tollen Erfahrungen hat sie "Blut geleckt" und würde gerne wieder dabei sein. Das, weiß Lena ganz genau, hat sie durch ihre Leistungen in den kommenden Jahren selbst in der Hand.