Lena Urbaniak verpasst in Prag das Kugel-Finale

Hallen-Europameisterschaft in Prag

Im Vorjahr bei der Freiluft-Europameisterschaft in Zürich feierte Lena Urbaniak (LG Filstal) ihren achten Platz mit einer Ehrenrunde an der Seite von Europameisterin Christina Schwanitz. Solche Bilder wird's bei den kontinentalen Titelkämpfen in der Halle in Prag nicht geben.

Schwanitz fehlt verletzt und Urbaniak scheiterte am Donnerstag bereits in der Qualifikation. 17,85 Meter waren gefordert, so weit hätte es nicht mal sein müssen. Nur Anita Márton aus Ungarn (18,44) und die Weißrussin Yulia Leantsiuk (18,33) erfüllten die Norm, das achte und letzte Ticket für das Finale der besten Acht am Samstag ging schon mit 16,78 Metern weg.

Die sind für die 22-jährige Böhmenkircherin an normalen Tagen keine Hürde. Vor knapp zwei Wochen wurde sie in Karlsruhe mit 17,79 Metern deutsche Meisterin. Von dieser Form ist nichts übrig geblieben. 16,49 Meter, gestoßen im zweiten Versuch, reichten Urbaniak nur zum enttäuschenden elften Platz unter den 14 Bewerberinnen. Mit 15,83 Metern hatte sie schwach begonnen und musste im letzten Versuch alles riskieren. Er war ungültig und damit platzten alle Träume.

Denise Hinrichs vom TV Wattenscheid machte es besser, steigerte sich im dritten Stoß auf 16,78 Meter und qualifizierte sich als Achte um drei Zentimeter vor der Italienerin Rosa Chiara fürs Finale, das Lena Urbaniak morgen nur als Zuschauerin verfolgt.

NACHGEFRAGT:
Lena Urbaniak: "Ich stand total neben mir"

Interview THF  |  7. März 2015 aus der Geislinger Zeitung
Kugelstoßerin Lena Urbaniak (LG Filstal) hat bei der Hallen-Europameisterschaft in Prag am Donnerstag in der Qualifikation nur 16,48 Meter gestoßen und das Finale heute Abend verpasst. Gestern sprach die 22-jährige Böhmenkircherin über ihre Gefühle.

Was ist schief gelaufen?
LENA URBANIAK: Keine Ahnung, ich hatte einen rabenschwarzen Tag. Ich habe nie den roten Faden gefunden und stand total neben mir.

Gibt's dafür eine Erklärung oder passieren solche Tage einfach mal?
URBANIAK: Solche Tage können schon mal vorkommen. Wenn es aber bei einer Europameisterschaft passiert, ist das schon ganz bitter.

Wie geht man damit um? Einfach abhaken und nach vorne schauen?

URBANIAK: Man muss diese Erfahrungen mitnehmen und daraus lernen. Dann wird's vielleicht schon nächste Woche beim Europacup in Leiria wieder besser.

Bleiben Sie bis zum Ende der Wettkämpfe in Prag? Tun Sie sich das Finale der Kugelstoßerinnen am Samstag live in der Halle an?
URBANIAK: Natürlich bleibe ich hier und sehe zu. Am Samstag schaue ich mir die Altstadt an und abends feuere ich meine Teamkollegin Denise Hinrichs an. Das gehört sich einfach, sie hat sich das Finale schließlich erkämpft.

Bericht THF  |  6. März 2015
aus der Geislinger Zeitung