Gold für Lena Urbaniak

Sommer-Universiade in Gwangju/Südkorea

Lena Urbaniaks Wunsch ist in Erfüllung gegangen, die Böhmenkircherin holte im Kugelstoßen bei der Universiade in Gwangju die Goldmedaille. Mit genau 18,00 Meter stieß sie erstmals in diesen Bereich vor.

Mit einem einzigen Kugelstoß hat Lena Urbaniak zwei ihrer Jahresziele erreicht: Den Sieg bei der Universiade in Gwangju in Südkorea und das erstmalige Erreichen der 18-Meter-Marke. "Ich bin sprachlos und glücklich", kommentierte sie ihren Erfolg, mit dem sie zum goldenen Tag der deutschen Leichtathleten in Gwangju beitrug. Siege holten auch Hindernisläufer Martin Grau, wie die Böhmenkircherin Studierender an der Hochschule Ansbach, und Siebenkämpferin Anna Maiwald (Uni Köln).

Bevor Lena Urbaniak am Samstagabend in Gwangju ins Finale des Kugelstoß-Wettbewerbs ging, musste sie wegstecken, dass sie ihre Wettkampfvorbereitung kurzfristig abändern musste, weil der ursprünglich tags zuvor geplante Qualifikationswettbewerb abgesagt worden war. Und sie musste mit der Situation umgehen, dass sie angesichts ihrer Jahresbestweite von 17,62 Meter zu den Favoriten gehörte. Weiter hatten im Teilnehmerfeld dieses Jahr nur Irina Kirichenko aus Russland (17,82) und Paulina Guba (Polen/17,71) gestoßen.

Die Böhmenkircherin ging zuversichtlich in den Wettkampf und ließ sich überhaupt nicht dadurch stören, dass es bei Temperaturen um 30 Grad pausenlos regnete, denn im Training hatte sie festgestellt, dass der Kugelstoßring dennoch griffig war. Mit ihrer langen internationalen Erfahrung im Hintergrund kam sie gut zurecht und startete mit einer Weite von 17,32 Metern in den Wettkampf. Fünf Zentimeter weiter stieß Paulina Guba. Lena Urbaniak hatte den Vorteil, als letzte Starterin alle Teilnehmerinnen beobachten und reagieren zu können. In dem Bewusstsein, dass ihr keine andere näher gekommen war oder sie übertroffen hatte, gelang ihr im zweiten Versuch ein perfekter Stoß, und als gemessen worden war, konnte sich die 22-Jährige über eine neue persönliche Bestleistung von genau 18,00 Metern freuen. Damit ging sie in Führung, die bis zum Ende des Wettkampfes hielt, obwohl Guba sich im dritten Durchgang auf 17,94 Meter gesteigert hatte und bedenklich nahe gekommen war.

Die guten Wettkampfbedingungen in Gwangju nutzen nicht nur die Gold- und die Silbermedaillengewinnerinnen zu persönlichen Bestleistungen, sondern vor allem Brittany Ann Nicole Crew aus Kanada, die sich von zuvor 16,58 Meter sensationell auf 17,27 Meter steigerte und so Bronze gewann.

Ergebnisse:
1. Lena Urbaniak, Deutschland, 18,00 Meter
2. Paulina Guba, Polen, 17,94 Meter
3. Brittany Crew, Kanada, 17,27 Meter
4. Vera Kunova, Russland, 16,80 Meter
5. Irina Kirichenko, Russland, 16,43 Meter
6. Manpreet Kaur, Indien, 15,76 Meter

Bericht von KARL-HEINZ PREUSKER   |  4. Juli 2015
aus der Geislinger Zeitung