Lena Urbaniak: "Nachtrauern bringt nichts"

Kugelstoßerin Lena Urbaniak (LG Filstal) wäre bei der Weltmeisterschaft in Peking gerne dabei gewesen. Sie spricht über ihre Gefühle vor dem TV-Gerät.

Haben Sie beim Finale am Samstag richtig mitgefiebert?

LENA URBANIAK: Schon ein wenig. Es war ja enorm spannend. Das ging schon an die Nerven.

Sie sind aber vor Begeisterung nicht durch die Wohnung getanzt, weil ihre deutsche Teamkollegin Christina Schwanitz den Titel gewonnen hat?

URBANIAK: Große Luftsprünge habe ich wirklich nicht gemacht. Ich habe den Wettkampf relativ gelassen verfolgt und mich einfach für Christina gefreut, weil sie es total verdient hat.

Ein bisschen zittern mussten sie aber schon?

URBANIAK: Ja. Als die Chinesin gleich im ersten Versuch 20,30 Meter vorgelegt hat, wusste ich schon, dass es eine ganz enge Kiste wird. Aber ich wusste auch, dass Christina es drauf hat und noch kontern kann.

Mit Ihrer Bestweite von 18 Metern hätten Sie die Qualifikation überstanden und wären im Finale Neunte geworden. Ging Ihnen das während des Wettkampfs mal durch den Kopf?

URBANIAK: Daran gedacht habe ich schon, aber mich nicht zu sehr darüber geärgert. Ich hätte meine Bestweite ja erst stoßen müssen. Ich habe aber schon oft gezeigt, dass ich in großen Wettkämpfen das Optimale aus mir herausholen kann.

Es gibt ja kommendes Jahr noch ein paar große Wettkämpfe.

URBANIAK: Stimmt. Nachtrauern bringt nichts, ich will nächstes Jahr angreifen und meine Chance nutzen, mich für die Europameisterschaft und die Olympischen Spiele zu qualifizieren.

Interview von THOMAS FRIEDRICH   |  25. August 2015
aus der Geislinger Zeitung