Athleten vermissen die Fans beim Leichtathletik-Meeting in Rechberghausen

Weder in der Zuschauerresonanz noch in den Leistungen kam das Leichtathletik-Meeting in Rechberghausen an die meisten Vorgänger heran. Den Erwartungen wurden die Kugelstoßer am ehesten gerecht. 

Um die ganz großen Namen für einen Start verpflichten zu können, ist das Leichtathletik-Meeting im Sportpark Lindach in Rechberghausen, das gestern zum elften Mal an dieser Stelle stattfand, nicht groß genug. So konnte man in den Paradewettbewerben der vergangenen Jahre, dem Stabhochsprung und dem Kugelstoßen, zwar gute Sportler präsentieren, aber nicht die Stars, die Zuschauer in großer Zahl locken. Die magere Kulisse blieb den Athleten nicht verborgen und minderte die Motivation.

Besonders deutlich empfanden die Kugelstoßer von Landestrainer Peter Rapp diese Situation. Genossen sie in den vergangenen Jahren die dichte Atmosphäre direkt an ihrer Anlage, wurde diesmal dieser intensive Zuschauerkontakt vermisst. Besonders enttäuscht zeigte sich davon Lena Urbaniak von der LG Filstal. Die 21-Jährige lieferte dennoch mit einer Serie von fünf Stößen über 16,50 Meter bei einem weitesten Versuch von 16,89 Meter eine gute Leistung ab, obwohl sie nach zwei Einsätzen in den drei Tagen zuvor nicht mehr in Topform war. Am Himmelfahrtstag hatte sie bei äußerst schlechten Bedingungen ("Mehr als sechs Grad waren es nicht") in Kassel mit 15,90 Meter die Deutsche Hochschulmeisterschaft gewonnen, am Samstag beim Meeting in Ellwangen mit 16,65 m triumphiert.

Beim Einstoßen schien Tobias Dahm (VfL Sindelfingen) über den Rand der Anlage im Lindach hinauszukommen und seine Jahresbestleistung von 19,25 Meter zu pulverisieren. Dazu kam es im Wettkampf nicht, aber mit 18,39 und zwei Mal 18,61 Meter legte er eine gute Serie hin. Tobias Hepperle (VfB Stuttgart) und Artur Hoppe (VfL Sindelfingen) überzeugten mit neuen Jahresbestleistungen von 18,21 und 18,12 m.

Mehr versprochen hatten sich die Zuschauer vom Stabhochsprung der Männer, den Tom Konrad (Bayer Leverkusen) mit 5,35 Meter für sich entschied. Vereinskamerad Marvin Caspari, ebenfalls 23 Jahre alt, übersprang 5,25 Meter, was auch der Dritte, Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken) schaffte. Dem in Leverkusen trainierenden Lokalmatador Alexander Straub (LG Filstal) gelang bei sechs Versuchen nur ein Sprung über die Höhe von 5,05 Meter, mit der er Sechster wurde. Damit waren weder er selbst noch Vater Walter Straub und Richard Spiegelburg, die bei der LG Filstal als Trainer tätig sind, zufrieden. Zuschauen musste nach seinen langwierigen Rückenproblemen Jakob Köhler-Baumann (ebenfalls LG Filstal), aber er hat das Training wieder aufgenommen und will wie Straub bei den Deutschen Meisterschaften im Juli in Ulm dabei sein.

Im Stabhochsprung der Frauen war die Spannung weg, nachdem Katharina Bauer (Bayer Leverkusen), mit 4,55 Meter beste Deutsche des Jahres, beim Anlauf zum Sprung über 4,35 m eine alte Verletzung im Bein spürte und abbrach. Sie wollte nichts riskieren, zumal sie die Qualifikationshöhe zur Europameisterschaft schon geschafft hat. Dies gelang dann auch Kristin Gadschiew (Zweibrücken) mit ihrer Siegeshöhe von 4,50 m. Dritte wurde Joana Kraft (VfL Sindelfingen) mit 4,20 m, Vierte die frühere Deutsche Meisterin im Turnen, Marie-Sophie Hindermann (LAV Tübingen), die 4,10 m überquerte.

Den Ehrenpreis für die beste Leitung des Tages bekam Dickson Tuwei (Kenia), nachdem er die 1.500 m in 3:46,68 Minuten zurückgelegt hatte. Zweiter wurde sein erst 14-jähriger Landsmann Gideon Mageka in 3:50,36.

In bewährter Weise gab es im Rahmen des Meetings Wettbewerbe, in denen Nachwuchsathleten den Erfolg ihres Trainings in der Wettkampfpause überprüfen konnten. So steigerte sich U 20-Läufer Bernhard Täubert (LG Filstal) über 400 m um über eine Sekunde und blieb in 49,94 erstmals unter 50 Sekunden. Bei der U 18 gewann Ian Niklas Hahn
(LG Filstal) mit 1,74 m und 3,60 m sowohl den Hoch- als auch den Stabhochsprung.

Bericht von KARL-HEINZ PREUSKER  |  02. Juni 2014
aus der Geislinger Zeitung