"Man glaubt wirklich, Flügel zu haben" Jakob Köhler-Baumann liebt Heim-Springen

Lokalmatador Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) genießt das Heimspringen besonders. Der 20-Jährige ließ sich nach dem Springen durchkneten.

Sie wollten doch Spaß haben. Ihr schmerzverzerrtes Gesicht verrät gerade das Gegenteil.

JAKOB KÖHLER-BAUMANN: Natürlich hatte ich Spaß, auch wenn diese Massage hier jetzt höllisch weh tut. Sie muss aber sein.

Sie wollten zumindest Fünfzwanzig springen, die haben Sie geschafft. Es war aber sogar mehr drin, oder?

KÖHLER-BAUMANN: Ja, schade. Ich wäre gerne die Fünfdreißig gesprungen, hatte auch vorher ein echt gutes Gefühl.

Die Phonstärke war bei Ihren Sprüngen noch höher als bei den anderen. Beflügelt ein Heimspringen tatsächlich so enorm?

KÖHLER-BAUMANN: Klar. Ich habe schon am Morgen gemerkt, dass ich viel aufgeregter bin als sonst. Und wenn man dann diese grandiose Stimmung mitkriegt, da glaubt man tatsächlich, man hätte Flügel.

Die konnten Sie auch brauchen, nach einer Saison mit langer Verletzungspause und wenig Training.

KÖHLER-BAUMANN: Stimmt. Ich war schon froh, überhaupt mitspringen zu können. Mit meiner Leistung bin ich echt zufrieden. Wenn ich nächste Saison verletzungsfrei bleibe, muss noch einiges mehr drin sein.

Vielleicht wäre am Samstag schon mehr drin gewesen, wenn der Wind mitgespielt hätte.

KÖHLER-BAUMANN: Gegen den Wind läuft es sich anders an als mit Rückenwind. Das ist aber eher ein psychologisches Thema.

Inwiefern?

KÖHLER-BAUMANN: Es fühlt sich eben so an, als ob es nicht passen würde - obwohl es vielleicht gar nicht so schlimm ist. Das ist alles Kopfsache. Gerade bei Gegenwind zu springen braucht es die ganze mentale Stärke eines Athleten.

Leichtathletik - Stabhochsprung-Meeting
THOMAS FRIEDRICH  |  8. September 2014
Bericht aus der Geislinger Zeitung