Mit neun Stunden Schlaf alles drin

Mit Piotr Lisek hat Meeting-Chef Klaus Täubert einen Weltklasse-Springer verpflichtet. Der Pole erfüllte mit seinen Auftritten alle Erwartungen.

Den Joker hat der Meeting-Chef erst spät aus dem Ärmel gezaubert. Piotr Lisek gehörte nicht zum ursprünglichen Starterfeld.

Klaus Täubert begleitete zu Wochenbeginn Jakob Köhler-Baumann zu einem Wettkampf in Leverkusen. An dem nahm auch Lisek teil. Die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Athleten funktionierte. Der Pole bekam Wind vom Meeting in Geislingen und Lust mitzumachen. Noch auf der Heimfahrt erhielt Täubert auf sein Smartphone eine E-Mail von Liseks portugiesischem Manager, ob eine Teilnahme noch möglich sei. Natürlich sagte Täubert zu. Der Pole hatte ihn schon in Leverkusen begeistert: "Wenn der anläuft, dann bebt der Steg", schwärmt er vom kraftvollen Auftreten des 22-Jährigen.

Der wurde am Samstag, obwohl reichlich übermüdet, seiner Favoritenrolle gerecht. Lisek hatte noch am Freitagabend beim Finale der Diamond League in Brüssel 5,65 Meter übersprungen, sich anschließend ins Auto gesetzt und war nach Geislingen gedüst.

Mit nur vier Stunden Schlaf trat er an und schaffte dennoch wieder 5,65. An 5,70 Metern scheiterte er - auch wegen Übermüdung. "Mit neun Stunden Schlaf", scherzt der Pole, "hätte ich bestimmt sogar fünf Meter fünfundsiebzig übersprungen".

So verpasste er die ausgesetzte Prämie von 750 Euro, nahm aber immerhin den Flachbildfernseher mit. Ob er vielleicht eine große Familie hat und kommendes Jahr wieder ein TV-Gerät braucht, für die Eltern oder Geschwister? Lisek ist Einzelkind und will dennoch 2015 "selbstverständlich" wieder nach Geislingen kommen. Für ihn sei die Prämie zweitrangig, beteuert er. Es gehe ihm vor allem darum, "Spaß zu haben und das tolle Publikum zu genießen".

Von daher sollte seiner Teilnahme im kommenden Jahr nichts im Wege stehen. Vielleicht kennt er ja jemand, dem er dann den gewonnen Flachbild-Fernseher schenken könnte.

Leichtathletik - Stabhochsprung-Meeting
THOMAS FRIEDRICH  |  8. September 2014
Bericht aus der Geislinger Zeitung