Kugelstoßer trotzen Nässe und Kälte Lena Urbaniak siegt in Boll mit 16,29 Metern

Die erwarteten Sieger gab es beim Bad Boller Werfertag, Lena Urbaniak (LG Filstal) und Tobias Dahm (VfL Sindelfingen) gewannen. Insgesamt war das Leistungsniveau höher als angesichts des Regens zu vermuten.

Thema eins beim fünften Renault-Schmid-Werfertag war das Wetter. Die Veranstaltung litt zwar unter dem Dauerregen, der den Organisatoren zu schaffen machte und den einen oder anderen Zuschauer fernhielt, doch man stellte sich auf die äußeren Bedingungen ein und nahm es in Erinnerung an vorangegangene Veranstaltungen gelassen. Dies galt vor allem für die Wettkampfteilnehmer, von denen einige schon gute Frühform bewiesen.

Bereits am Vormittag fanden Kugelstoß-Rahmenwettkämpfe und die Diskus-Kreis- meisterschaften statt, deren Einbettung in das Meeting ein gelungener Schachzug vor.
Als der Einladungswettkampf im Kugelstoßen begann, ließ der Regen etwas nach, ohne jemals ganz aufzuhören. Nachdem Bürgermeister Hans-Rudi Bührle Teilnehmer und Helfer begrüßt hatte, führte Harald Ruff (TSV Bad Boll) wie gewohnt sachkundig und unaufgeregt durch den Wettkampf.

Im nassen Kugelstoßring hatten es die Akteure, die die Drehstoßtechnik bevorzugen, etwas schwerer. Zu ihnen gehört auch Lena Urbaniak (LG Filstal). Die Deutsche Hallenmeisterin dieses Jahres war mit dem Auftakt ihrer Freiluftsaison kurz nach dem Trainingslager nicht unzufrieden. "Natürlich will ich über 17 Meter stoßen", sagte sie. "Aber immer geht das auch nicht", kommentierte sie ihre Siegesweite von 16,29 Meter, auf die sie sich im letzten Versuch steigerte. Zuvor hatte sie 15,97 und 16,20 Meter erreicht und weitere nicht ganz gelungenen Versuche ungültig gemacht. Auf jeden Fall waren der Böhmenkircherin der Sieg und der Preis für die beste Leistung des Tages bei den Frauen sicher.

Ein gutes Pflaster ist Bad Boll für Alina Kenzel (VfL Waiblingen). Zum dritten Mal stieß die Tochter des früheren Frisch-Auf-Spielers Adolph Kenzel beim Meeting persönliche Bestleistung, diesmal in ihrem ersten Jahr U20 mit 16,12 Meter. Damit wurde sie Zweite in der Gesamtwertung und Siegerin U20.

Eine persönliche Bestleistung stieß gestern auch Niko Kappel (TSF Welzheim). Der Behindertensportler mit guten Aussichten auf die Paralympics-Teilnahme im kommenden Jahr steigerte sich auf 11,75 Meter.

Wie vor einem Jahr gewann bei den Herren Tobias Dahm (VfL Sindelfingen). Der 28-Jährige zeigte zur Zufriedenheit von Landestrainer Peter Salzer eine gute Serie mit Versuchen über 18,72 und 18,78 Meter und steigerte sich zum Schluss auf 18,81 Meter. Ohne Wettkampfdruck überbrückte er die Zeit bis zur Siegerehrung mit einigen Trainingsstößen und übertraf dabei die 19-Meter-Marke deutlich. Auch Artur Hoppe (VfL Sindelfingen) steigerte sich von Versuch zu Versuch und wurde mit 18,37 Meter Zweiter. An die Klasse der beiden Vereinskameraden kam Simon Bayer nicht heran, er belegte mit 16,49 Meter den dritten Rang.

Zum Höhepunkt der Veranstaltung waren trotz der äußeren Bedingungen rund 50 Zuschauer gekommen, die den ansehnlichen Wettbewerb miterlebten. Unter ihnen war auch die Bad Boller Lokalmatadorin Ramona Wild, vor Jahresfrist Teilnehmerin im Jugendwettbewerb, diesmal nach Fußoperationen an Krücken lediglich als kundige Beobachterin dabei.

Bericht von KARL-HEINZ PREUSKER   |  2. Mai 2015 aus der Geislinger Zeitung