Lena Urbaniak: Nur noch vier Zentimeter bis Amerika

Leichtathletik -  Kugelstoßmeeting in Sassnitz

Kugelstoßerin Lena Urbaniak nimmt Kurs auf die Hallen-WM. Sie steigerte ihre Bestleistung auf 18,06 Meter, zur Norm fehlen noch vier Zentimeter.

Die neue Bestleistung hielt nur zwei Wochen. Beim Meeting in Rochlitz hatte Lena Urbaniak von der LG Filstal die Kugel 17,94 Meter weit gestoßen, am vergangenen Wochenende in Sassnitz schraubte sie ihren Hausrekord unterm Dach auf 18,06 Meter. Zur Norm für die Hallen-Weltmeisterschaft in Portland (USA) fehlen nur noch sechs Zentimeter. Die will die Böhmenkircherin bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig am 27. Februar draufpacken.

Da, bei der einzig verbleibenden Gelegenheit zur Normerfüllung, will Urbaniak "alles in die Waagschale werfen", um das Ticket für die WM vom 27. bis 30. März in Portland doch noch zu ergattern. Der Flug in die Staaten stört die Vorbereitung auf die Freiluftsaison nicht, an deren Ende die Olympischen Spiele in Rio locken. Urbaniak hält sich für "jung genug", um den Trip nach USA "ohne Beeinträchtigung" zu überstehen.

Die 23-Jährige hat noch nicht so viele große internationale Meisterschaften bestritten, um mal eben locker auf eine Hallen-WM verzichten zu können. "Wenn man die Chance hat, da hinzukommen, sollte man alles daransetzen, sie zu nutzen", sagt Urbaniak. Packt sie in Leipzig die geforderten 18,10 Meter, wird sie sich gleichzeitig über den nationalen Meistertitel freuen können. Die übermächtige Christina Schwanitz meidet im Olympiajahr die Halle weitgehend. Die Weltmeisterin konzentriert sich voll auf Olympia im August.

Dorthin will auch Lena Urbaniak. Erst recht, nachdem der Verband die Norm von 18,40 Meter auf problemlos machbare 17,75 Meter gesenkt hat. Die Böhmenkircherin kann sich "vorstellen, dass mehr als drei deutsche Frauen" diese Marke übertreffen. Sie selbst will dazugehören und dann bei den deutschen Meisterschaften im Juni in Kassel mit einem Platz auf dem Podium das Ticket für Rio buchen.

An ihrer Fähigkeit dazu zweifelt sie nicht. Daher schmunzelt Urbaniak über Fragen nach ihrer womöglich beängstigenden Frühform. Sie verweist auf ihre Konstanz und macht sich "überhaupt keine Sorgen", über einen etwaigen Leistungsabfall in der Freiluftsaison.

Bis dahin will sie die Halle noch genießen und am 27. Februar in Leipzig die 18,10 Meter übertreffen. Der Zeitpunkt passt, ihre Bestleistung hätte dann wieder genau zwei Wochen gehalten.

Bericht von THOMAS FRIEDRICH   |  17. Februar 2016
aus der Geislinger Zeitung